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1995 1996 1997 1998 1999

Konzertreise in den hohen Norden

«il mosaico» in Schweden
Nachdem im Frühling die Hammarö Kammarstrakar aus Värmland - Schweden bei uns im Toggenburg einige Tage zu Gast waren, unternahmen wir diesen Herbst unsererseits die geplante Konzertreise nach Hammarö. Nach einer 30-stündigen Busfahrt gelangten wir sicher ans Ziel. Mit grösster Gastfreundschaft wurden wir von den schwedischen Familien aufgenommen und verwöhnt. Wanja Reese, die Leiterin der Kammarstrakars, organisierte für uns ein tolles und abwechslungsreiches Programm, so dass wir nebst Proben und Konzerten viel Interessantes und Wissenswertes über dieses schöne Land erfuhren. Wir werden diesen Aufenthalt immer in bester Erinnerung behalten und wollen den Kontakt zu unseren schwedischen Freunden weiterhin pflegen.

Gastfamilien
Nach unserer Ankunft wurden wir herzlich begrüsst und willkommen geheissen. Alle Orchestermitglieder sowie unsere beiden Buschauffeure durften während der ganzen Zeit in den verschiedenen Familien die wirklich erwähnenswerte Gastfreundschaft geniessen. Die Gastgeber scheuten keine Mühe, uns alles recht zu machen, auf unsere Wünsche einzugehen und uns zu unterhalten. Selbst verirrte, pudelnasse «Spätheimkehrer» wurden, egal um welche Zeit, von den Gasteltern aufgespürt und in die trockenen vier Wände zurückgebracht. Kurz gesagt: Wir wurden regelrecht verwöhnt.

Proben und Konzerte
Eine Hauptbeschäftigung war natürlich das Musizieren. Schon lange vor unserer Reise hatten wir intensiv geprobt. In Schweden gaben wir insgesamt sechs Konzerte, davon zwei gemeinsam mit den Kammarstrakars. In unserem Programm spielten wir gemeinsam mit dem polnischen Bratscher Lukasz Lisowski und der Harfenistin Katrin Bamert Werke von Joh. Chr. Bach, W.A. Mozart und C. Debussy. Ein Kammermusikabend der Bläser war der französischen Musik gewidmet. Unsere Konzerte fanden grossen Anklang bei den Zuhörern: an Applaus fehlte es nicht! Das Abschlusskonzert in der Domkirche Karlstad, gemeinsam mit den Kammarstrakars war aber wohl der Höhepunkt unserer Reise: das Publikum erklatschte sich begeistert zwei Zugaben.

Freizeitprogramm
Nebst dem Musizieren durften wir ein wirklich tolles Freizeitprogramm geniessen. So lernten wir z.B. schwedische Schulen, die Volkshochschule Ransäter und das Musikgymnasium Karlstad kennen, besichtigten eine alte Holzkirche auf Hammarö, bummelten durch Karlstad, sahen uns die beeindruckende Aufführung der Oper «Andre Chenier» an, paclcfelten mit Kanus auf einem wunderschönen See und hatten natürlich viel Spass mit unseren schwedischen Freunden. Am eindrücklichsten aber war eine Exkursion in die Wälder des Nordens. Einer der erfahrensten Wildbeobachter Schwedens wusste uns sehr viel Interessantes über Eiche, Bären, Wölfe und die Pflanzenwelt zu erzählen und zu zeigen. Leider bekamen wir keines dieser faszinierenden Tiere direkt zu sehen, ausser Spuren und einem Skelett einer Elchkuh, die von einem Bären erlegt worden war. Unser Mittagessen. konnten wir nach alter Holzfällerart über einem offenen Feuer selber zubereiten. Es sollte eine Omelette geben - nicht jedes Exemplar kam aber entsprechend heraus! Das tat jedoch der wildromantischen Atmosphäre und unserer guten. Stimmung keinen Abbruch. Nach diesem Abenteuer erwartete uns eine weitere Überraschung: In einer vorbereiteten Rauchsauna - im finnischen Stil - konnten wir uns beim Schwitzen so richtig entspannen. An einem anderen Tag bereitete auch das Erlernen der Polska und anderer schwedischen Volkstänze riesigen Spass. Auch hier stimmte die Atmosphäre total, wurden wir doch live von schwedischer Volksmusik auf Schlüsselharfe und Geige dabei begleitet.

Offen und weltoffen
Die Zeit, die wir in Värmland verbracht haben, hat uns die schwedische Kultur und vor allem die liebenswürdigen Bewohner dieses Landes sehr viel näher gebracht. Somit erlebten wir hautnah, wie das aktuelle Jahresmotto der Kantonsschule Wattwil - offen und weltoffen - in die Praxis umgesetzt, neue Horizonte eröffnet.