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1994 1995 1996 1997 1998

Jugendorchester «II mosaico» in Budapest

10 000 Jugendliche aus ganz Europa, Musik aus allen Ecken, freundliche, hilfsbereite Menschen, imposante Bauten, neue Freundschaften: Eindrücke des Orchesters «il mosaico» während einer erlebnisreichen Reise nach Budapest ans 4. Europäische Musikfestival der Jugend.

Konzert als Auftakt
Den Auftakt unserer Orchesterreise bildete in Wolfhausen ZH ein Konzert, mit dem die lange und intensive Vorbereitungsphase für Ungarn, wurde. Das Programm enthielt Werke von Bartok, Silvia de Lucca, Schubert und Bach. Anschliessend konnte unsere 10-stündige Carfahrt nach Wien beginnen. Es folgte eine lustige Nachtfahrt, kurzweilig auch wegen des «Kabaretts Horn» (unsere beiden witzigen Hornisten). Gegen Morgen erreichten wir das berühmte, renovierte Stift Melk. Im weiteren ging es der Donau entlang; und um die Mittagszeit konnten wir unser Quartier im Hotel Reichshof in Wien beziehen.

Wien
Die beiden folgenden Tage in Wien standen uns zur freien Verfügung. An den Abenden besuchten wir gemeinsam ein Konzert im berühmten goldenen Saal des Wiener Musikvereins und «La Bohème» von Puccini in der Volksoper. Ein Höhepunkt war das Treffen mit Dieter Flur dem einzigen Schweizer bei den Wiener Philharmonikern. Seit 18 Jahren ist er Solo-Flötist dieses weltberühmten Orchesters. Er ermöglichte uns einen äusserst interessanten Einblick in die Arbeit der Philharmoniker. Die restliche Zeit nutzten wir, um die verschiedenen Sehenswürdigkeiten von Wien kennenzulernen. Während diesen Tagen begleitete uns eine brütende Hitze von ca. 300 C., was uns dann auch veranlasste, ein kühlendes Bad in der «schönen, braunen Donau» zu nehmen
Am Mittwoch erreichten wir Budapest. Bei der Ankunft wurden wir von unseren Gastfamilien sehr freundlich empfangen. Die Verständigung in Englisch, Französisch oder Italienisch brachte manch lustiges Missverständnis mit sich, wobei anzumerken ist, dass uns die ungarischen Schüler gleichen Alters n Fremdsprachen weit überlegen waren. In allen Familien erlebten wir herzliche Gastfreundschaft. Trotz der wirtschaftlichen Probleme Ungarns und der damit verbundenen finanziellen Lage verwohnten uns die Familien grosszügig. Da jeder Musikant allein bei einer Gastfamilie wohnte, hatten wir die Gelegenheit, intensiven Kontakt mit der Familie und Einblick in den ungarischen Alltag zu bekommen. Die Stadt Budapest erkundeten wir grösstenteils auf eigene Faust. Während sich die einen im wunderschönen Gellertbad vergnügten, machten sich andere auf die Suche nach Musiknoten, CDs oder Kleidern.

Festival
Nebst viel Freizeit gab es intensive Probensequenzen vor beiden Konzerten. Unser Konzertprogramm war aufgeteilt in zwei Aufführungen, welche beide Male auf grosse Begeisterung stiessen: Am Donnerstag spielten wir im grossen Faklya Saal Schuberts 5. Sinfonie und am Samstag im Glassaal der Kunsthalle Werke von Bartok und Silvia de Lucca. Aus Anlass des 50. Todesjahres Bela Bartoks wurden 3. Stücke für Piccolo und Streicher (Solistin: Monika Mutter) aufgeführt. In R.S.V.P. (Repondez s'il vous plait), dem speziell für «ilmosaico» komponierten Stück, verlangt die junge brasilianische Komponistin Silvia de Lucca eine eher seltene, jedoch interessante Besetzung: Alt (Debora Imholz), Klarinette (Martin Winiger), Marimba (Ueli Kläsi) und Streicher.

Höhepunkte
Unser Aufenthalt in Budapest hatte drei Höhepunkte. Der erste war die imposante Eröffnungsfeier des 4. Europäischen Musikfestivals, die wir gemeinsam mit 10 000 jungen Musikern in der Budapester Sporthalle erleben durften. Drei riesige ungarische Orchester und weitere kleinere Gruppen führten uns mit ihren Darbietungen durch den Abend, unterbrochen durch festliche Reden verschiedener Persönlichkeiten. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, hervorgerufen durch die universelle Sprache der Musik, verband uns und machte uns zu einer grossen Familie. Als zweiten Höhepunkt durften wir ein beeindruckendes Konzert des Budapest-Festival-Orchesters erleben. Das Orchester spielte sehr engagiert: Die Weltklasse-Solisten Thomas Zehetmaier (Bartok, Violinkonzert) und Zoltan Kocsis (Debussy, Klavier-Fantasie) sowie der Dirigent Ivan Fischer (Beethoven, 7. Sinfonie) begeisterten uns restlos. Wir durften das Konzert hinter dem Orchester mitverfolgen, was uns jungen Musikern das Herz höher schlagen liess, da man den Dirigenten und die Musiker viel besser beobachten und somit das Musizieren ganz unmittelbar erleben konnte.
Als drittes rundete die Eurogala unsere erlebnisreiche Reise ab: Zum Abschluss des Festivals spielten Orchester aus verschiedenen Lau-dem, wobei auch Werke von mehreren Orchestern gemeinsam vorgetragen wurden. Dann wurde die Flagge des Festivals an. die Stadt Barcelona übergeben, in der 1998 das 5. Europäische Musikfest der Jugend stattfinden wird. Die Woche neigte sich schnell ihrem Ende zu, und so ging es bald in die kalte und verregnete Schweiz zurück.

Dank
Wir denken an eine erlebnisreiche Orchesterreise zurück und danken unserem Dirgenten Herman Ostendarp für die gute Organisation. Sein grosses Engagement hat uns diese unvergesslichen Tage ermöglicht.