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„il mosaico“ auf Herbstreise nach Budapest

Dank dem Kontakt zur Schola Cantorum Budapestiensis konnte eine kleine Besetzung des „il mosaico“ in diesen Herbsttagen vom Freitag, dem 29.September bis am Donnerstag, dem 5. Oktober eine Reise in die grossartige Hauptstadt Ungarns unternehmen und dort gemeinsam mit dem Chor und hervorragenden Solisten drei Konzerte am „Festival Musica Sacra“ zum Besten geben.

Der Chor
Die Schola Cantorum Budapestiensis ist ein gemischter Chor, bei dem neben erwachsenen und jugendlichen Sängerinnen und Sängern auch Kinder aus der Primarschule mitsingen. Diese Schule, die täglich unser Treffpunkt war und in deren Kantine wir mehrmals vorzüglich bekocht wurden, können Kinder bis zur achten Klasse besuchen. Die Gänge und Schulzimmer des Gebäudes sind einladend mit Fotos und Malereien geschmückt und die Pausenglocke, eine kurze Fanfare, deutet erstmals auf die Musikalität dieser Schule hin. Dank Tamas Bubno und Janos Mezei, Musiklehrer und Leiter der Schola Cantorum, die sich für verstärkten Musikunterricht eingesetzt haben, singen die Kinder etwa 3 Stunden pro Woche im farbigen Musikzimmer der Schule.
Aufgrund der Altersdurchmischung, hervorragender Leitung und hohem Können, ist der Chor berühmt und hat schon mehrere Konzertreisen ins Ausland unternommen. So waren die Sängerinnen und Sänger im vergangenen Jahr auch für eine Woche bei uns im Toggenburg zu Gast.

Bach, Vivaldi, Fekete und Brings
Ein grosser Teil der Konzerte bestand aus Stücken von Johann Sebastian Bach: das Konzert für Oboe, Violine und Orchester, die berühmte „Kunst der Fuge“ und die Missa Brevis in g-moll. Beim zweiten Konzert wurde die Messe durch das Fagottkonzert in B-Dur von Vivaldi ersetzt.
Ausserdem spielte „il mosaico“ erneut das Stück „Media Vita“ für Streicher und Alt des Ungaren Gyula Fekete. Man solle die Melodien mit dem Gedanken an die Eigenheiten Budapests wie beispielsweise die alten Wassertürme der Stadt spielen, fand Hermann Ostendarp bei einer Probe.
Allen Brings, der Onkel unseres Dirigenten, komponierte „In memoriam“, ein modernes Stück für Streicher und Mezzosopran. Für die Uraufführung seines Werkes war er mit seiner Frau eigens aus den USA in die europäische Metropole gereist.
Die drei Konzerte fanden in Gödöllö und Hatvan, zwei Kleinstädten, und in der innerstädtischen Pfarrkirche im Zentrum von Budapest statt. In Hatvan war das ungarische Fernsehen und in Budapest der Rundfunk anwesend, um Aufnahmen zu machen.

Die Solisten
Beim Doppelkonzert von Bach überzeugte Jonas Moosmann, selbst Orchestermitglied, an der Seite von Isaac Duarte, dem Solooboist der Zürcher Tonhalle. Der liebenswürdige Musiker, der ursprünglich aus Brasilien stammt, beeindruckte uns alle mit seinem hervorragenden Können und seiner offenen und lustigen Art.
Die Mezzosopranistin Judit Rajk, eine langjährige Bekannte des Orchesters, gestaltete die Stücke „Media vita“ und „in memoriam“ mit ihrer mitreissenden Stimme auf einfühlsame Art und Weise.

Budapest, die Bäderstadt
Trotz mehrerer Konzerte blieb viel Zeit, die grosse Stadt an der Donau zu erkunden. So vergnügten wir uns am ersten Tag im berühmten Gellert-Bad und kosteten vor dem abendlichen Konzert unseres Partnerchors, das wir als Zuhörer geniessen durften, den Kuchen im Kaffeehaus Gerbeaud. Auf einer Stadtführung begaben wir uns auf den Burgberg auf der Budaer Seit, von welchem aus man die ganze Stadtteil Pest mit dem grossen Parlamentsgebäude am Flussufer überblicken kann. An den folgenden Tagen besuchten kleinere Gruppen dann die türkischen Bäder Rudas und Kiraly, die grösste Synagoge Europas, ein Labyrinth oder die Markthalle. Auch die beliebte Shoppingstrasse Vaci utca blieb nicht von den eifrigen Einkäuferinnen unter uns verschont.
Am letzten Abend wurden wir mit unseren Gastfamilien von Judit Rajk in ihre grosse Stadtwohnung zu einem Abschiedsfest eingeladen. Es gab viel zu essen und zu trinken und als man sich schliesslich voneinander verabschieden musste, fiel dies wohl den meisten ungeheuer schwer.

Pia Fehle