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„il mosaico“ in Kroatien

Drei Konzerte... aber fast wie Ferien!
Die Kontakte des Jugendorchesters „il mosaico“ zum ZOKOR, dem Jugendkammerorchester Zagreb, sind gut: Schon zum zweiten Mal gastierte es in der Hauptstadt Kroatiens. Die diesjährige Konzertreise führte zusätzlich nach Varazdin, und ins malerische Porec an der istrischen Adriaküste.

Direkt nach dem Konzert in der Tonhalle St.Gallen packten wir Instrumente und Gepäck in den Car und fuhren via Italien und Slowenien nach Zagreb. Nach unruhigem Schlaf erwachten wir morgens in einer fremdartigen Umgebung: die Landschaft südländisch, die Häuser ganz anders als in der Ostschweiz. Lange hielten wir es nicht aus in der Jugendherberge, denn wir waren neugierig auf die Heimatstadt unserer Solocellistin Dora Kuzmin. Trotz Müdigkeit interessierte uns sehr, was uns ihre Freundinnen über die historischen Sehenswürdigkeiten der Innenstadt zu erzählen hatten.
Abends hatten wir die Ehre, im riesigen Konzertsaal „Vatroslav Lisinski“ ein Konzert des Zürcher Kammerorchesters mit Werken von Telemann, Vivaldi, Dvorak u.a. zu hören. Der Dirigent des Orchesters, Howard Griffiths, begrüsste uns zum Schluss noch persönlich.

Dora Kuzmins Heimspiel
Am nächsten Morgen frühstückten wir gemütlich im Garten unserer liebevoll eingerichteten Jugendherberge. Die Sonne schien und entspannt machten sich einzelne Grüppchen auf, um in den Zoo zu gehen, die Stadt zu erkunden oder auch einfach ein wenig in einem Park zu faulenzen. Nach dem Mittagessen war es schon bald Zeit für die Vorprobe, denn am Abend sollte im Saal des „Kroatischen Musikvereins“ unser erstes Konzert stattfinden. Im historischen Saal mit ausgezeichneter Akustik begeisterten Mozarts bekannte g-moll-Sinfonie und die Tanzpräludien von Lutoslawski für Soloklarinette (Martin Winiger) und Streichorchester begeisterten das Zagreber Publikum. Besonders stolz waren sie jedoch auf ihre junge Landsmännin Dora Kuzmin, die im zweiten Teil des Programms das Cellokonzert von Antonín Dvorak virtuos interpretierte. Im Anschluss waren wir von der Schweizer Botschaft, bei der auch Herr Dove, ein gebürtiger Wattwiler, arbeitet, zu einem Cocktail eingeladen.

Varazdin: eine Stadt der Musik
Das nord-östlich von Zagreb gelegene Varazdin ist bekannt als eine Stadt mit vielen kulturell interessierten Bewohnern. Dorthin führte uns der Ausflug am fast schon sommerlich warmen Montag. Nach kurzem Einrichten (es gab viel herumzuschieben und aufzustellen, da sehr wenig Platz im Konzertsaal der Musikschule vorhanden war), erkundeten wir die reizvolle Kleinstadt mit ihren zahlreichen Parks und den prachtvollen Barockbauten. Das Mittagessen in der Studentenmensa war vorzüglich. Unser zweites Konzert war zwar nicht sehr gut besucht, gelang aber trotzdem zur vollen Zufriedenheit. Nach einem kurzen Imbiss mit typischen Varazdiner Snacks machten wir uns auf den Weg zurück nach Zagreb.

Ein freier Tag am Meer
Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, denn eine lange Reise lag vor uns. Doras Mutter, der wir für die gelungene Organisation der Tournée ganz herzlich danken möchten, verabschiedete sich vor der Abfahrt nach Porec von uns. Nach ca. vier Stunden Fahrt durch eine eindrückliche Landschaft erreichten wir die Stadt an der Adria und bezogen die Zimmer im Hotel Neptun, um sogleich ein Schiff zu besteigen, das uns der Küste entlang bis zum kleinen Städtchen Rovinj und zurück bringen sollte. Es herrschte ausgelassene, entspannte Stimmung, denn zum Fisch gab es auch reichlich Wein.
Zurück in Porec verbrachten wir einen ferienhaften Abend im italienisch anmutenden Städtchen.

Dernière unter Mosaiken
Der letzte Tag begann mit einem riesigen Frühstücksbuffet im Hotel. Danach zeigte uns eine Studentin die historische Altstadt mit ihrer uralten, mosaikgeschmückten Euphrasius Basilika aus dem 6. Jahrhundert, die 1997 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde und in der wir abends zum letzten Mal unser wunderschönes Programm spielen durften. Am Nachmittag luden die zahlreichen Souvenirshops zum Einkaufsbummel ein. Wer sich entspannen wollte, sonnte sich am Meer oder ging sogar baden.
Bei diesem letzten Konzert war die Stimmung im Orchester sehr speziell. Wehmütig spielten wir das einzigartige Programm zum letzten Mal. Mit dem letzten kroatischen Geld machten wir uns noch auf in ein kleines Restaurant, um eine „Kuchen-Party“ zu feiern. Dann kam der traurige Abschied von Dora Kuzmin, Iwan und Daniel, die letzteren zwei Geiger unseres Partnerensembles, die unser Orchester verstärkt hatten.
Als wir unseren Leitern, Hermann Ostendarp, Wilfrid Stillhard und Martin Winiger, nach langer Fahrt die traditionell überraschenden Dankesgeschenke überreichten, wurde den meisten klar, dass wir gerne noch länger zusammen im Süden geblieben wären...

Pia Fehle und Marissa Domeisen