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„il mosaico“ konzertierte in Italien

Eine tolle Reise mit eindrücklichen Erlebnissen führte das Jugendorchester „il mosaico“ auf seiner alljährlichen Tournée diesmal nach Italien - Land der Kunst, Land der Pizza und Pasta, Land des Weines und insbesondere Land der Musik.
Vivaldi, Rossini, Verdi, Puccini, alles klingende Namen der abendländischen Musikgeschichte. Gerade die Hinreise, bei welcher wie geplant ein Abstecher nach Cremona durchgeführt wurde, sollte in dieser Hinsicht - in Besetzung auf die Musik - ein absolutes Highlight werden. Doch es entwickelte sich ein „bisschen“ anders...

Cremona, die Stadt Stradivaris und Guarneris
Im Geigenmuseum von Cremona durften wir auf der Hinfahrt Instrumente von Stradivari, Guarneri und Amati bewundern. Dieser Besuch entpuppte sich jedoch als eine Lektion dafür, dass das Instrument alleine noch lange nicht den Künstler ausmacht. Die Darbietung eines älteren „Professore“ war gelinde gesagt zum Haareraufen und wir kamen zu dem Schluss, dass es wahrscheinlich auch auf einer Schülergeige nicht besser geklungen hätte... Abgesehen von diesem kleinen musikalischen Schreckbissen, konnten wir aber die uns zur Verfügung gestellte Zeit in der herrlichen Altstadt Cremonas in vollen Zügen geniessen!

San Domenico in Perugia - Kirche mit Naaaaachhaaaalllllllll.....
Nachdem wir am späten Samstagabend unser Reiseziel Assisi gut erreicht hatten, brachte der nächste Morgen, wie übrigens alle darauf folgenden Tage, viel Sonnenschein. Unser Ziel an diesem Tag war Perugia. Zuerst machten wir uns mit einer Führerin auf den Weg um die Stadt zu erkunden. Hier zeigte sich uns Italien von seiner besten Seite: wundervolle gotische Bauten, noch viel schöner verzierte Eingangstüren, über 2000 Jahre alte etruskische Mauern...es blieb uns die Spucke weg und der Magen knurrte nach über zweieinhalb Stunden Führung bedenklich. In einem schmucken Restaurant, wurden wir mit einem köstlichen Menue verwöhnt. Beim abendlichen Konzert in San Domenico wurden wir vom Publikumsandrang nicht gerade verwöhnt. Trotzdem gaben wir unser bestes. Darüber hinaus werden die sehr kühle Raumtemperatur und die sehr hallige Akustik speziell in Erinnerung bleiben.

Urbino -Renaissancestadt unter UNESCO Schutz
Der nächste Tag führte uns in den Marken mit Rektor Knechtli und seiner Frau zusammen. Gemeinsam besuchten wir in Tolentino ein wunderbares Kloster und eine romanische Kirche. Zu unser aller Freude wurden wir von Herrn Knechtli zum Mittagessen in eine fantastische Pizzeria eingeladen. Auf dem Weg nach Urbino, wo wir unser zweites Konzert gaben, durften wir einen Verdauungsspaziergang an einem menschenleeren Adria Strand geniessen.
Urbino, obwohl im Ausland nur wenig bekannt, gehört zu Italiens schönsten alten Städten. Es wurde daher auch in die Liste der UNESCO Weltkulturdenkmäler aufgenommen. Die Atmosphäre dieser Stadt begeisterte uns restlos! Wir staunten anschliessend nicht schlecht, als sich unser Konzertsaal als eine Art Miniausgabe des Zürcher Opernhauses präsentierte. Ein Saal, der mit seiner Schönheit und Pracht wohl auf einige Mitglieder des Orchesters einschüchternd gewirkt haben muss, genauso wie die zwei Kameras, die unser Konzert für Fernsehen aufzeichneten und anschliessend exklusiv im Telegionrale Teile davon ausstrahlten, wie wir am nächsten Morgen im Hotel erfahren durften. Das Konzert jedenfalls wurde ein toller Erfolg, denn das „Urbino Teatro“ war bis auf den letzten Platz besetzt und das Publikum begeistert.

Assisi - Stadt des heiligen Franziskus
Der nächste Tag stellte eine willkommene Ausnahme dar: Ein freier Tag, ein Tag ohne Probe, ohne Konzert, ein Tag zum Geniessen und das in der wunderschönen Stadt Assisi. Wir schlenderten durch die Gässchen der Stadt, bewunderten die verschiedenen Kirchen und einige wenige machten sich sogar auf den beschwerlichen Weg zum grossen Turm der verfallenen Burg, die über der Stadt thront. Von dort oben bot sich uns ein wunderbares Panorama über die Weite der umbrischen Landschaft.
Während einige den Monte Subasio bestiegen, besuchten andere in San Damiano einen holländischen Franziskanermönch. Diese Begegnung stellte sich als etwas vom Eindrücklichsten der ganzen Reise heraus. Entgegen aller Erwartungen bewies dieser nette, weise Mann im Umgang mit seinem Glauben eine wunderbare Verbindung von geistigem Tiefgang und Humor. So konnte er uns sein Leben als Mönch näher bringen, andererseits Fragen und Anregungen mit auf den Weg geben.

In Florenz: ein letzte Mal Tschaikowskys Violinkonzert
Der Tag der Heimreise war angebrochen. Italien war uns ans Herz gewachsen und für viele Orchestermitglieder war dies eine der schönsten „il mosaico“-Reisen.
Doch bevor wir die Rückfahrt antraten, besuchten wir noch nach Florenz, wo wir in der grossen Chiesa San Stefano unser letztes Konzert gaben. Dabei sei neben der erneut vollen Kirche vor allem Esther Hoppe erwähnt, die bei diesem letzten Konzert nochmals auftrumpfte und mit einer letzten, doch umso spektakuläreren und denkwürdigeren Interpretation des Violinkonzerts von Tschaikowsky überzeugte.
Wehmütig und glücklich zugleich flitzten wir, nachdem uns unser Reisecar aufgegabelt hatte, nach Hause.

Urs Dahinden